"Auch Du solltest dich einmal durchchecken lassen Schatz"

Unterleib eines Mannes, der Mann hält die Hände zu einem Herz
iStock/Panuwat Dangsungnoen

Bist du für die aufregende Reise in die Vaterschaft gewappnet? 

Leider ist die Schwangerschaftsvorsorge für Männer ein Thema, das im Gesundheitswesen und in der medizinischen Forschung oft übersehen wird.  

Trotz zahlreicher Studien, die den Einfluss des Lebensstils auf die männliche Fruchtbarkeit untersuchen, und trotz verfügbarer diagnostischer Tests gibt es einen eklatanten Mangel an wichtigen Gesundheitsuntersuchungen, denen sich Männer unterziehen sollten, bevor sie sich der Elternschaft zuwenden.   

Erfahre mit uns, welche wichtigen Gesundheitschecks jeder Mann vor der Gründung einer Familie durchführen sollte. 

Infektionsscreening

Wenn es um die Gesundheit vor der Empfängnis geht, ist die Untersuchung auf Infektionen entscheidend. Unterteilen wir dies in zwei kritische Bereiche: Hepatitis-Viren und sexuell übertragbare Infektionen (STIs).  

Hepatitis-Virus

Studien haben ergeben, dass die Viren Hepatitis B1 und C2 von einem Elternteil auf das Kind übertragen werden können, wenn der Vater mit der Krankheit infiziert ist. Angesichts der höheren Prävalenz unter Männern ist es wichtig, dass du dich testen lässt und frei von dieser Infektion bist, bevor du eine Schwangerschaft planst. Eine Hepatitis-Behandlung vor der Empfängnis verringert das Risiko, die Infektion auf dein Kind zu übertragen, erheblich. Bei Vätern, die eine Hepatitis-Behandlung erhalten, liegt die Übertragungsrate bei nur 3,5 %, verglichen mit 12 % bei unbehandelten Vätern . 

Sexuell übertragbare Infektionen

Bevor du Vater wirst, solltest du dich unbedingt auf STIs testen lassen. 

Während sich die Studien hauptsächlich auf die Übertragung von der Mutter auf das Kind konzentrieren, betonen neue Forschungsergebnisse die Möglichkeit einer Übertragung von Vater zu Kind durch infiziertes Sperma und unterstreichen die Notwendigkeit einer antiviralen Therapie, um eine Fehlgeburt während einer natürlichen Schwangerschaft zu verhindern. 

Studien haben gezeigt, dass Viren wie HIV, HCMV, HSV und HPV, welche sexuell übertragbare Infektionen verursachen, das Sperma infizieren können. Dies kann wiederum zu Komplikationen beim Nachwuchs führen. STIs bei Säuglingen kann zu niedrigem Geburtsgewicht, Lungenentzündung, Infektionen der Blutbahn, Hirnschäden und sogar Totgeburten führen. 

Illustration eines Mannes mit einer überdimensionalen Check-Liste
iStock/Nuthawut Somsuk

Genetische Tests 

Die WHO schätzt, dass genetische Störungen und angeborene Anomalien zwischen 2 und 5 % aller Lebendgeburten betreffen und eine der Hauptursachen für Krankenhausaufenthalte und Todesfälle bei Kindern sind.  

Das Verständnis für genetische Risiken ist für werdende Eltern von zentraler Bedeutung. Genetische Tests, die als "Trägerscreening" bekannt sind, sind entscheidend, um bestimmte genetische Erkrankungen zu erkennen, die beide Partner tragen könnten. Wenn beide Partner die gleiche Genmutation für eine bestimmte Krankheit tragen, erhöht sich das Risiko für das Kind. Das gezielte Screening konzentriert sich auf bestimmte Genmutationen für Krankheiten wie Spinale Muskelatrophie, Sichelzellenanämie und das Fragile-X-Syndrom. Im Gegensatz dazu untersucht das erweiterte Screening ein breiteres Spektrum und erkennt über hundert genetische Störungen. 

Es gibt spezielle Tests, die auf genetische Defekte in Spermien ausgerichtet sind, der sogenannte Spermien-DNA-Fragmentierungstest. Dieser Test untersucht genetische Schäden in den Spermien, die, wenn sie vorhanden sind, zu einem erhöhten Risiko einer Fehlgeburt, einer schlechten Entwicklung des Embryos und einer fehlenden Einnistung des Embryos in der Gebärmutter führen können. 

Vorerkrankungen und allgemeiner Check-up 

Die Untersuchung auf Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Schilddrüsenprobleme spielt eine entscheidende Rolle bei der Vorbereitung auf die Vaterschaft. 

Die Behandlung dieser Krankheiten vor der Empfängnis kann sich erheblich auf die Fruchtbarkeit und den gesamten Weg zur Schwangerschaft auswirken. So können Erkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenüberfunktion zu Problemen wie erektiler Dysfunktion und schlechter Spermienqualität beitragen.  

Du siehst also, Fruchtbarkeit und Kinderwunsch sind absolut auch Männersache. Die Gesundheit des Mannes sollte bei eurem Kinderwunsch unbedingt auch einmal untersucht werden.

Dein fertilitips-Team