Wenn du schwanger werden willst und es noch nicht klappt, kann das viele Ursachen haben. Eine davon sind Myome. Diese Knoten in der Gebärmutter sind zwar eigentlich gutartig, können aber die Einnistung einer befruchteten Eizelle stören.
Wie du herausfindest, ob du ein Myom hast und welche (schulmedizinischen und alternativen) Behandlungsmöglichkeiten es gibt? Hier findest du alle Antworten.
Was sind Myome überhaupt?
Was sind Myome überhaupt?
Myome sind Knoten, die aus der Muskulatur unter der Gebärmutterschleimhaut entstehen. Einige von ihnen sind nur wenige Millimeter klein, andere können die Größe einer Faust annehmen. „Ein großer Anteil aller Frauen bekommt im Laufe ihres Lebens ein Myom“, sagt Prof. Ibrahim Alkatout, Oberarzt an der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in einem Fachartikel zum Thema. Myome können sich ab dem ersten Einsetzen der Periode bis zur Menopause entwickeln – und ob sie behandelt werden müssen, ist ganz unterschiedlich.
Ein ausschlaggebender Faktor ist die Größe: Denn es ist offensichtlich, dass ein faustgroßes Myom in der Gebärmutter Platz wegnimmt und dadurch Beschwerden verursachen kann. Symptome eines Myoms können starke und anhaltende Monats- oder Zwischenblutungen sein, die teilweise von enormen Schmerzen begleitet werden. Auch häufiger Harndrang, Verstopfung oder Schmerzen beim Sex können auf ein Myom hinweisen – genau wie ein Kinderwunsch, der trotz ungeschütztem Geschlechtsverkehr nicht erfüllt wird.
Wie kann ein Myom den Kinderwunsch beeinträchtigen?
Die gute Nachricht für dich: Auch wenn du ein Myom oder sogar mehrere Myome hast, muss das einer Schwangerschaft nicht im Weg stehen. Denn grundsätzlich ist es trotzdem möglich, schwanger zu werden.
Je nach Lage des Myoms kann es allerdings Komplikationen geben: So kann es passieren, dass ein Myom direkt vor dem Eileiter liegt und seine Abgänge blockiert.
Wächst ein Myom in die Gebärmutterhöhle hinein und liegt direkt unter der Schleimhaut (was man submuköses Myom nennt, siehe unten) kann das die Einnistung einer befruchteten Eizelle erschweren oder ganz verhindern. Bei einem solchen submuskösen Myom erhöht sich den Expert:innen von „IVF München“ zufolge die Wahrscheinlichkeit von Eileiterschwangerschaften sowie Fehlgeburten.
Ein weiteres Problem ist, dass Myome hormonaktiv sind und während einer Schwangerschaft aufgrund des erhöhten Östrogenspiegels besonders schnell wachsen. Sitzen die Knoten am unteren Ende der Gebärmutter, können sie den Geburtskanal blockieren und bei Myomen, die in der muskulären Gebärmutterwand sitzen, kann es zu einer verspäteten Ablösung der Plazenta nach der Geburt kommen, was starke Blutungen auslösen kann. Du siehst also: Es gibt viele mögliche Komplikationen rund um Myome und Kinderwunsch oder Schwangerschaft – und es lohnt sich, das Thema im Blick zu haben.
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Diagnose von Myomen
Es kann passieren, dass Myome zufällig bei gynäkologischen Routineuntersuchungen entdeckt werden. Wenn du dich schon länger auf Kinderwunschreise befindest, haben Ärzt:innen deine Gebärmutter sicher schon genau angesehen und sind dabei möglicherweise auf Myome gestoßen. Myome können bei einer Tastuntersuchung und einer vaginalen Ultraschalluntersuchung sichtbar werden. In einigen Fällen kann auch eine Gebärmutter- oder Bauchspiegelung nötig sein – dabei könnten kleinere Knoten gleich entfernt werden.
Wie du ein Myom behandeln kannst
Es gibt viele Varianten, wie eine Behandlung bei Myomen aussehen kann. Wie gesagt: Verursachen sie keine Komplikationen, müssen die Knoten überhaupt nicht behandelt werden. Kommt es aber zu Schmerzen oder aufgrund eines Kinderwunsches zu einer Notwendigkeit der Behandlung, gibt es folgende Möglichkeiten:
- Zu den nicht-chirurgischen Eingriffen zählt die Myomenembolisation, dabei werden Kunststoffteile in die Gebärmutter eingesetzt, was den Transport von Nährstoffen zu den Myomen verhindert. Dadurch schrumpfen die Myome und die Beschwerden lassen nach – für Frauen mit Kinderwunsch ist diese Methode aber nicht zugelassen.
- Es gibt außerdem die Möglichkeit, kleinere Myome mit einem gebündelten Ultraschallstrahl gezielt zu zerstören, doch auch dieses sogenannte MRgFUS-Verfahren ist bei Frauen mit Kinderwunsch nicht zu empfehlen.
- Je nach Lage und Größe des Myoms ist es möglich, den Knoten operativ zu entfernen. Hier ist es wichtig, sich detailliert mit den behandelnden Ärzt:innen auszutauschen, um das Risiko und die Chance der OP abzuwägen.
- Es gibt außerdem Hormonpräparate, die Myome schrumpfen lassen. Es kann hilfreich sein, die Produktion von Östrogen zu senken oder eine erhöhte Bildung von Progesteron anzustoßen. Das geht allerdings immer mit Nebenwirkungen einher und sollte besonders bei Kinderwunsch sorgfältig abgewogen werden.
- Daneben gibt es Behandlungsmöglichkeiten aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und der Pflanzenheilkunde. Du kannst dich dazu an Fachleute auf diesen Themengebieten wenden, die einen individuellen Behandlungsplan für dich entwerfen.
- Aus dem Bereich der alternativen Medizin gibt es auch den Ansatz, durch Mönchspfeffer oder Schafgarbe ein Hormongleichgewicht anzustreben und die Leber zu entlasten, um das Wachstum der Myome zu bremsen. Auch hierbei ist die Begleitung durch Expert:innen hilfreich.
- Und auch die Ernährung bietet Ansatzpunkte: Weizen, einfache Kohlenhydrate und tierische Eiweiße fördern nachgewiesenermaßen die Entstehung und das Wachstum von Myomen. Deshalb ist es ratsam, auf diese Lebensmittel weitgehend zu verzichten.
Die Ursachen von Myomen
Du hast bereits erfahren, dass viele Frauen von Myomen betroffen sind – woher kommen diese gutartigen Knoten überhaupt?
Ein großer Faktor ist die Genetik: Wenn bereits Frauen in der Familie Myome haben oder hatten, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass eine Frau betroffen ist. Das Hormon Östrogen spielt eine große Rolle bei der Entstehung von Myomen, hier ist ein Überschuss für das Wachstum der Knoten verantwortlich.
Und wie schon erwähnt: Auch die Ernährung spielt eine Rolle. Es kann passieren, dass es durch zu viel Weizen, einfache Kohlenhydrate und tierische Eiweiße zu einem starken Wachstum von Myomen kommt. Außerdem gibt es Hinweise, dass zu wenig Bewegung, zu viel Stress oder übermäßiger Kontakt mit Weichmachern das Wachstum von Myomen beschleunigt. Das sind also einige Punkte, an denen du direkt im Alltag ansetzen kannst.
Expert:innenwissen zu Myomen
Einen großen Überblick zu Myomen hast du nun erhalten, wenn du selbst von den gutartigen Knoten betroffen bist und deshalb noch tiefer in die Materie eintauchen möchtest, kann es spannend zu wissen sein, welche Arten von Myomen es gibt:
- Intramurales Myom: Die häufigste Variante von Myomen, bei der die Knoten innerhalb der Muskelschicht der Gebärmutter liegen.
- Subseröses Myom: Hier sitzt das Myom an der Außenseite der Gebärmutter und wächst von der Muskelschicht der Gebärmutterwand in das Bauchfell hinein.
- Transmurales Myom: Bei dieser Form entwickelt sich das Myom aus allen Schichten der Gebärmutter.
- Submusköses Myom: Hier wäschst das Myom von der Muskelschicht der Gebärmutter in die Gebärmutterschleimhaut hinein – was die Erfüllung eines Kinderwunsches erschweren kann.
- Intraligamentäres Myom: Hier entwickelt sich das Myom im Bindegewebe neben der Gebärmutter.
- Zervixmyom: Bei dieser sehr seltenen Variante entsteht das Myom in der Muskelschicht des Gebärmutterhalses.
Wir hoffen, dass dieser Artikel dir einen guten Überblick über das Thema Myome und Kinderwunsch verschafft hat, und wir wünschen dir auf deiner weiteren Reise von Herzen alles Gute!
Love-Note
Dieser Text hat dir alle wissenschaftlichen Fakten zum Thema verschafft – hast du vielleicht eine persönliche Geschichte zu Myomen zu erzählen? Melde dich gern bei unserer Redaktion, wenn du sie mit uns teilen möchtest. Wir freuen uns auf deine Nachricht.